Die Unterhose ....
Die Geschichte der Unterhose ist relativ jung. Noch im Mittelalter war sie in Europa weder für Männer noch für Frauen üblich. Die meisten Männer hatten bis ins 19. Jahrhundert lange Unterhemden, die sie zwischen den Beinen durchziehen konnten.
Es gab im Mittelalter jedoch die Brouche, eine Art Unterhose, an die Beinlinge angenestelt wurden. Die Brouche wurde Anfang des 15. Jahrhunderts von der geschlossenen Strumpfhose mit Schamkapsel verdrängt. Adlige trugen im 15. Jahrhundert solche Strumpfhosen und seit dem 17. Jahrhundert eine Unterhose unter der eigentlichen Hose.
Um 1870 kam die lange Unterhose auf. Der Vorderschlitz wurde nach dem Ersten Weltkrieg eingeführt.
Frauen trugen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts generell keine Unterhose; allenfalls trugen Bäuerinnen eine Hose als Kälteschutz unter dem Kleid. Etwa 1805 gab es die ersten "Beinkleider" für Damen, die bis unters Knie oder bis an die Knöchel reichten und weit geschnitten waren. Sie waren aus Leinen oder Baumwolle und im Schritt offen, da man befürchtete, dass die Geschlechtsorgane der Frau bei geschlossener Unterhose zu verfaulen beginnen würden. Nach 1840 war die Unterhose für eine Dame Pflicht; die unteren Schichten gingen jedoch weiterhin "unten ohne". Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die weibliche Unterhose sehr weit geschnitten wie eine Pluderhose. Ab 1877 gab es einteilige Kombinationen wie die Hemdhose oder die "Unterrockhose". Der Schlüpfer wurde 1914 eingeführt.
Die Brouche
Brouche (auch Bruche) ist die Bezeichnung für die einer Unterhose nicht unähnlichen Bekleidung im Mittelalter. Sie ähnelte den heutigen Boxershorts. An die Brouche wurden Beinlinge angenestelt, bis die enge Kleidung des 14. Jahrhunderts es notwendig machte, dass letztere an einem Wams oder Pourpoint befestigt wurden. Diese Kombination wurde schließlich Anfang des 15. Jahrhunderts von der geschlossenen Strumpfhose mit Schamkapsel verdrängt.
Die Brouche wird in zeitgenössischen Abbildungen nahezu ausschließlich weiß oder naturfarben dargestellt, was in Zusammenhang mit anderen Quellen darauf hindeutet, dass sie nahezu immer aus Leinen oder anderen, regional verfügbaren Fasern gefertigt war (Hanf, eventuell auch weiße Wolle), also Material, dass sich leicht reinigen ließ.
Der genaue Ursprung der Brouche ist nicht geklärt. Möglicherweise stammt sie von der germanischen Bundhose ab und wurde durch byzantinischen Einfluss mit langen Strümpfen, Beinlinge, ergänzt, und zur Unterbekleidung degradiert. Die genaue Form schwankt je nach Region, Stand und Jahrhundert. Unter der sehr faltenreichen Mode des 13. Jahrhunderts wurde sie vermutlich von einfacher gestellten Personen sehr weit getragen; in der engeren höfischen Mode des 12. und 14. Jahrhunderts, besaß sie engeren Zuschnitt. Eine Unterart ist die sogenannte Reiterbruche, die sich von der normalen Bruche durch den Zuschnitt unterscheidet. Die Teile weisen an der Innenseite der Schenkel keine Nähte auf, wodurch der Tragekomfort im Sattel gesteigert wurde.
Link zur Quelle
http://www.mittel..._mann.html