Wie der Römer Claudius Drusus, der den Titel "Germanicus" für seine Verdienste in Germanien verliehen bekam, bin auch ich kein Orientale, sondern habe den Namen "Orientalicus" angenommen, weil ich die letzten 14 Jahre im fernen Orient lebte und arbeitete.
Auf vielen beruflichen Reisen in alle Länder Asiens und des vorderen Orients hatte ich oft das Gefühl in lebendiges Mittelalter einzutauchen. U.a. bei einem Kraftwerksprojekt auf Borneo, im Gebiet der Dajak. Diese ehemaligen Kopfjäger können sehr gastfreundlich sein und feiern gern.
Der Besuch einer Kupfermine am Chindwinn River im Zentrum Burmas brachte uns auch sehr weit zurück in die Zeit der Strohütten und Ochsenkarren.
Ein Pilotenstreik in den Philippines bescherte uns statt eines 2 Stunden-Fluges eine 30 stündige Bootsfahrt mit einem unglaublich schönen Sonnenaufgang zwischen den Inseln.
In früheren Zeiten gab man dem Fuhrmann "Schmiergeld" damit er eine extra Portion Fett in die Radlager schmierte und man schneller ans Ziel kam. In Asien funktioniert das immer noch. Ein freundliches Lächeln und ein kleiner Schein bringt einen schneller ans Ziel als genaues Studium von Fahrplänen oder lautes Schimpfen.
Auf Mittelalterfesten hier trage ich keine orientalische Gewandung. Ich lebte die letzten 8 Jahre in Thailand. Die Krieger Siams trugen im Mittelalter eine Axt oder ein Kurzschwert, ein kurzes Lendentuch und sonst nichts. Das wäre für unser Klima meist zu wenig. Daneben gab es auch berittene Krieger auf Elefanten. Deren Uniform war schreiend bunt, das wirkt auf den einfarbig grauen Kolossen ganz gut, aber zu Fuss sieht man damit etwas albern aus.
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