Beitrag von Meister Hans.
Oberflächenbehandlung von Hölzern mit Ölen
Auf besonderen Wunsch hier eine Beschreibung wie Ihr die Oberfläche eurer
Holzwaren mit den verschiedenen Ölen zur Oberflächenbehandlung verwenden könnt.
In den folgenden Erfahrungsberichten beschreibe ich die Oberflächenbehandlungen
die ich selbst so durchgeführt, und einem mir zufriedenstellendes Ergebnis
erreicht habe.
Es sei noch vermerkt, das ich keinerlei Haftung und Gewährleistung übernehme.
Jeder der diese Tipps durchführt, tut dies auf eigenes Risiko.
Ihr müsst es für Euch selbst entscheiden.
Wer der ganzen Sache nicht traut, kann mal ein Stück Holz nehmen und es
ausprobieren, bevor er sich an ein großes Werk macht und die schöne Truhe oder
sonst was ruiniert.
Achtung: Einölen funktioniert nur bei Hölzern welche noch
keine Oberflächenbehandlung bekommen haben.
______________________________________________________________
Oberflächenbehandlung von Hölzern mit Olivenöl
Sollte man eine Allergie gegen Olivenöl haben. Finger weg.
Vor- und Nachteil
Vorteil
Olivenöl kann man meist für Gebrauchsgegenstände welche mit Nahrung in Kontakt
kommen, zb. Holz- teller, becher, löffel benutzen. Aber auch für Kisten, Truhen,
Stühle, Tische und als Bogenschütze natürlich auch für Bögen und Pfeile oder
andere Gebrauchsgegenstände aus Holz kann man es zur Oberflächenbehandlung
benutzen.
Olivenöl hat den Vorteil, das es billiger als Lein- Nuss- Fußboden oder Holzöl
ist, und auch einfacher zu beschaffen (Nicht jeder hat einen Heimwerker oder
Baumarkt in der Nähe, eher eine/n Nachbarin/Nachbarn, Discounter).
Ein weiterer Vorteil ist der Geruch der aber nach einiger Zeit wieder verfliegt.
(Bei Abschuss eines frisch geölten Pfeils habe ich immer den merkwürdigen Hunger
nach einer Pizza).
Auch die Reinigung der Arbeitsgeräte (Pinsel, Becher) ist umweltschonender. Man
benötigt dazu weder Nitroverdünnung, Spiritus, Waschbenzin, Terpentin noch
sonstige Pinselreiniger. Einfach den Pinsel /Becher beim Geschirrspülen mit
waschen oder mit lauwarmen Seifenwasser ausspülen. Die öligen Lappen können
einfach in den Hausmüll geschmissen oder ausgewaschen und wieder verwendet
werden.
Und den für mich eigentlich wichtigsten Vorteil. Olivenöl dünstet keine
Schadstoffe aus und man braucht bei der Verarbeitung während des einölen nicht
unbedingt Schutzhandschuhe, aber ratsam wegen der Fettfinger danach.
Nachteil
Dieser liegt an dem Arbeitsaufwand welcher zum einölen getätigt werden muss. Ein
weiterer Nachteil ist, dass dies kein 100 % dauerhafter Holzschutz ist und je
nach Gebrauch mehr oder weniger nachgeölt werden muss. Bei Kisten, Stühlen und
Truhen je nach Holzart und Gebrauch 1 x im Jahr. Sind diese ständig der
Witterung (Regen , Feuchtigkeit) ausgesetzt, ist Olivenöl nur bedingt
verwendbar, da ist ein einölen alle 1-2 Monate empfehlenswert. Hierzu ist die
Verwendung von Leinöl oder Holzöl für Parkettböden eine Alternative.
Bei Holzgeschirr reicht Olivenöl völlig aus. Nach jedem Geschirrspülen sollte
man die Oberfläche mit einem Lappen, welcher leicht mit Olivenöl getränkt ist,
abwischen.
Ein weiter Nachteil ist die lange Trocknungszeit nach dem letzten einölen. Ich
habe die Erfahrung gemacht, das man, je nach Holzart, mit ca. 2 ½ Wochen gut
beraten ist, das Möbel nicht zu benutzen. Je nach Holz kann die Zeit auch kürzer
sein. Einfach die Berührprobe machen. Ist das Holz noch leicht ölig, Lappen
nehmen und einreiben und weiter trocknen lassen.. Bei Holzteller, Becher oder
Löffel , Bögen oder Pfeile ist 1 bis 2 Tage ausreichend.
Und noch ein Vor- oder Nachteil (Ansichtssache)
Da das Olivenöl meist gelblich ist und dem Holz keine UV-Schutz gibt, wird das
Holz schnell dunkel. Für Diejenigen, die es Antik möchten, ist es ein Vorteil.
Wer eine glänzende Oberfläche haben will ist mit Olivenöl nicht gut beraten.
Eine mit Olivenöl eingelassene Oberfläche ist matt.
Welches Holz kann ich mit Olivenöl einölen?
Beste Erfahrung habe ich mit Harthölzern wie Esche, Robinie, Osage Orange,
Buche, Ahorn Rüster (Ulme) gemacht. Birke, Apfel, Pflaume, Kirsch Nussbaum habe
ich noch nicht probiert, Denke aber das es hier keine Probleme geben wird.
Probleme könnte es bei einer Kiefer (oft harzig) Eiche, Kastanie (wegen der
Gerbsäure) oder Teak (Eigenölanteil) geben. Bestimmte Arten von Mahagoni/ersatz
gehen auch aber bedingt. Aber bitte vorher an einer nicht sichtbaren Stelle
testen. Wird das Öl angenommen ist es OK. Wird das Holz fleckig oder das Öl
verfärbt sich, Finger weg.
Weiter ist zu beachten, das Weichhölzer wie z.B.. Fichte, Tanne, Lerche sehr
saugfreudig sind, so das die Oberflächenbehandlung oft mehrmals durchgeführt
werden muss und auch mehr Öl benötigt wird.
Verarbeitung :
Die Oberfläche sollte vor dem ersten einölen mit 180 er- Schleifpapier
geschliffen und dann entstaubt werden. (wegen Schleifstaub, Schutzmaske nicht
vergessen) Grundierung wird keine benötigt.
1. Das Öl satt mit einem Pinsel auf die Oberfläche auftragen.
2. 5 bis 10 Minuten einziehen lassen
3. Das restliche Öl mit einem Lappen leicht einreiben. Beim Lappen sollte man
darauf achten, dass dieser nicht fusselt.
4. Oberfläche ca. 10 Min trocken lassen.
5. Ist die Oberfläche noch leicht rau, sollte diese vor dem nächsten Arbeitsgang
mit Schleifpapier Körnung 180 nachgeschliffen werden.
6. Erneut das Öl satt mit einem Pinsel auf die Oberfläche auftragen.
7. 5 bis 10 Minuten einziehen lassen
8. Das restliche Öl mit einem Lappen leicht einreiben.
9. Oberfläche ca. 10 Min trocken lassen.
10. Ist die Oberfläche noch leicht rau, sollte diese vor dem nächsten
Arbeitsgang mit Schleifpapier Körnung 220 nachgeschliffen werden.
11. Das Öl satt mit einem Pinsel auf die Oberfläche auftragen.
12. 5 bis 10 Minuten einziehen lassen
13. Das restliche Öl mit einem Lappen leicht einreiben.
14. Oberfläche ca. 10 Min trocken lassen.
15. Zur Endbehandlung mit ölfreien Lappen die Oberfläche nachpolieren.
Bei Gegenständen welche öfters mit Wasser in Verbindung kommen. Sollte man vor
Schritt 15 den Vorgang 11-14 noch 1x durchführen.
Und fettich, Äh fertig.
Nachölen von bereits geölter Oberfläche
1. Ist die Oberfläche leicht rau, sollte diese vor dem einölen mit Schleifpapier
Körnung 220 nachgeschliffen werden.
2. Das Öl satt mit einem Pinsel auf die Oberfläche auftragen.
3. 5 bis 10 Minuten einziehen lassen
4. Das restliche Öl mit einem Lappen leicht einreiben.
5. Oberfläche ca. 10 Min trocken lassen.
6. mit ölfreien Lappen die Oberfläche nachpolieren
Auffrischen bereits geölter Oberflächen
1. Öl mit einem Lappen leicht einreiben.
2. Oberfläche ca. 10 Min trocken lassen.
3. mit ölfreien Lappen die Oberfläche nachpolieren
______________________________________________________________
Oberflächenbehandlung von Hölzern mit Fußbodenöl
Achtung: einölen funktioniert hier auch nur bei
Hölzern welche noch keine Oberflächenbehandlung bekommen haben.
.... und
Sollte man eine Allergie gegen bestimmte natürliche Stoffe haben ist es ratsam
vor dem Kauf des Fußbodenöls auf die Inhaltsstoffe auf dem Behältnis achten.
Vor- und Nachteil
Vorteil
Fußbodenöl könnt ihr meist für Kisten, Truhen, Stühle, Tische und natürlich auch
für Bögen und Pfeile oder andere Gebrauchsgegenstände aus Holz zur
Oberflächenbehandlung benutzen (Nicht für Gegenstände welche mit Nahrung in
Verbindung kommen.)
Fußbodenöl hat den Vorteil, das es widerstandsfähiger als andere Öle ist. Es
wird meist für die Oberflächenbehandlung von Holzfußböden verwendet.
Auch die Reinigung der Arbeitsgeräte (Pinsel, Becher) ist umweltschonender. Man
benötigt hierzu weder Nitroverdünnung, Spiritus, Waschbenzin, Terpentin noch
sonstige Pinselreiniger.
Einfach den Pinsel /Becher mit lauwarmen Seifenwasser ausspülen.
Nachteil
Achtung: Die öligen Lappen können nicht einfach in den Hausmüll geschmissen oder
ausgewaschen und wieder verwendet werden. Mit Fußbodenöl getränkte Lappen
sollten zum trocknen ausgebreitet werden, da sie sich in zusammengeknüllten
Zustand selbst entzünden können. Die getrockneten Lappen kann man dann gefahrlos
entsorgen.
Ein weiterer Nachteil ist auch hier wieder der Arbeitsaufwand welcher zum
einölen getätigt werden muss, sowie die lange Trocknungszeiten zwischen den
Arbeitsschritten.
Ich habe die Erfahrung gemacht, das man, je nach Holzart, mit ca. 2 Tagen gut
beraten ist, das Möbel nicht zu benutzen. Auch hier gilt, je nach Holz kann die
Zeit auch kürzer sein. Einfach die Berührprobe machen. Ist das Holz noch leicht
ölig, Lappen nehmen und einreiben und weiter trocknen lassen.
Der Nachteil welcher mich eigentlich am meisten stört ist der Preis.
Und noch ein Vor- oder Nachteil (Ansichtssache)
Fußbodenöl hat zwar einen geringen UV-Schutz, aber auch hier wird das Holz
schnell dunkel.
Wer eine glänzende Oberfläche haben will ist mit Fußbodenöl auch nicht gut
beraten. Eine mit Fußbodenöl eingelassene Oberfläche ist seidenmatt.
Welches Holz kann ich mit Olivenöl einölen?
Auch hier gilt, Harthölzern wie Esche, Robinie, Osage Orange, Buche, Ahorn
Rüster (Ulme) geht gut. Birke, Apfel, Pflaume, Kirsch Nussbaum habe ich noch
nicht probiert, Denke aber das es hier auch keine Probleme geben wird.
Probleme könnte es bei einer Kiefer (oft harzig) Eiche, Kastanie (wegen der
Gerbsäure) oder Teak (Eigenölanteil) geben. Bestimmte Arten von Mahagoni/ersatz
gehen auch aber bedingt. Aber bitte vorher an einer nicht sichtbaren Stelle
testen. Wird das Öl angenommen ist es OK. Wird das Holz fleckig oder das Öl
verfärbt sich, Finger weg.
Weiter ist zu beachten, das Weichhölzer wie zb. Fichte, Tanne, Lerche sehr
saugfreudig sind, so das die Oberflächenbehandlung oft mehrmals durchgeführt
werden muss und auch mehr Öl benötigt wird.
Verarbeitung :
Dazu schreibe ich hier nichts, denn dies steht auf dem Behältnis.
Nachölen von bereits geölter Oberfläche
1. Ist die Oberfläche leicht rau, sollte diese vor dem einölen mit Schleifpapier
Körnung 220 nachgeschliffen werden. Aber Schutzmaske tragen, da in den meisten
Fußbodenölen der Schadstoff Kobalt enthalten ist.
2. Das Öl mit einem Pinsel auf die Oberfläche auftragen.
3. 5 bis 10 Minuten einziehen lassen
4. Das restliche Öl mit einem Stück Lappen abwischen.
5. Oberfläche ca. 10 Min trocken lassen.
6. mit ölfreien Lappen die Oberfläche nachpolieren
Auffrischen bereits geölter Oberflächen
1. Öl auf einen Lappen geben und leicht einreiben.
2. Oberfläche ca. 10 Min trocken lassen.
3. mit ölfreien Lappen die Oberfläche nachpolieren
______________________________________________________________
Oberflächenbehandlung von Hölzern mit Leinöl
Achtung: Hier gilt das gleiche wie bei Fußbodenöl
Vor- und Nachteil
Vorteil
Leinöl könnt ihr meist für Kisten, Truhen, Stühle, Tische und natürlich auch für
Bögen und Pfeile oder andere Gebrauchsgegenstände aus Holz zur
Oberflächenbehandlung benutzen (Nicht für Gegenstände welche mit Nahrung in
Verbindung kommen.)
Leinöl hat den Vorteil, das es widerstandsfähiger gegen Wettereinflüsse als
andere Öle ist und im Gegensatz zu den anderen Ölen eine kürzere Trocknungszeit
hat.
Ein weiterer Vorteil ist der Arbeitsaufwand welcher zum einölen getätigt werden
muss.
Ich habe die Erfahrung gemacht, das man, je nach Holzart, mit ca. 1 Tagen gut
beraten ist, das Möbel nicht zu benutzen. Auch hier gilt, je nach Holz kann die
Zeit auch kürzer sein. Einfach die Berührprobe machen. Ist das Holz noch leicht
ölig, Lappen nehmen und einreiben und weiter trocknen lassen.
Nachteil
Achtung: Auch wie bei Fußbodenöl gilt: Die öligen Lappen können nicht einfach in
den Hausmüll geschmissen oder ausgewaschen und wieder verwendet werden. Mit
Leinöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden.
Die Reinigung der Arbeitsgeräte (Pinsel, Becher) ist nicht gerade
umweltschonend. Man benötigt hierzu Terpentin.
Einfach den Pinsel /Becher mit lauwarmen Seifenwasser ausspülen funktioniert
aber auch. Nur sollte das verschmutzte Wasser nicht durch den Abwasserkanal
entsorgt werden.
Ich habe es mir angewöhnt das verschmutzte Wasser in einen kleinen Kanister (5
Liter) zu füllen und auf dem Wertstoffhof zu entsorgen.
Und noch ein Vor- oder Nachteil (Ansichtssache)
Leinöl hat zwar einen geringen UV-Schutz, aber auch hier wird das Holz schnell
dunkel.
Wer eine glänzende Oberfläche haben will ist mit Fußbodenöl auch nicht gut
beraten. Eine mit Fußbodenöl eingelassene Oberfläche ist seidenmatt.
Welches Holz kann ich mit Olivenöl einölen?
Auch hier gilt das gleiche wie bei Fußbodenöl
Verarbeitung :
Dazu schreibe ich hier nur kurz
Die Oberfläche sollte vor dem ersten einölen mit 180 er- Schleifpapier
geschliffen und dann entstaubt werden.
Grundierung kann, muss aber nicht.
1. Grundierung wird mit Leinöl und Terpentinersatz zu gleichen Teilen verdünnt
2. Das Öl satt mit einem Pinsel auf die Oberfläche auftragen.
3. 5 bis 10 Minuten einziehen lassen.
4. Das restliche Öl mit einem Lappen abwischen. Nach dem Trocknen so ca. 30
Minuten kann mit dem ersten Arbeitsschritt begonnen werden.
1. Das Öl satt mit einem Pinsel auf die Oberfläche auftragen.
2. 5 bis 10 Minuten einziehen lassen.
3. Das restliche Öl mit einem Lappen abwischen. Beim Lappen sollte man darauf
achten, dass dieser nicht fusselt.
4. Oberfläche ca. 10 Min trocken lassen.
5. Ist die Oberfläche noch leicht rau, sollte diese vor dem nächsten Arbeitsgang
mit Schleifpapier Körnung 180 nachgeschliffen werden. Aber auch hier gilt,
Schutzmaske tragen, da in einigen Leinölen der Schadstoff Kobalt enthalten ist.
6. Erneut das Öl satt mit einem Pinsel auf die Oberfläche auftragen.
7. 5 bis 10 Minuten einziehen lassen
8. Das restliche Öl mit einem Lappen abwischen.
9. Oberfläche ca. 10 Min trocken lassen.
10. Zur Endbehandlung mit ölfreien Lappen die Oberfläche nachpolieren.
Nachölen von bereits geölter Oberfläche
und
Auffrischen bereits geölter Oberflächen
Anwendung wie bei Fußbodenöl
|