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Instinktives/Traditionelles Bogenschießen
3D Jagdschießen im Instinktivverfahren
Der Begriff des instinktiven Bogenschießens führt häufig zu einer
Irreführung, da er suggeriert, dass ein Urinstinkt für seine
Ausführung verantwortlich ist. Eine treffendere Bezeichnung wäre
daher eigentlich intuitives Bogenschießen, da die Methode darauf
basiert, jedes bewusste Zielen auszuschließen. Der Begriff des
instinktiven Bogenschießens hat sich jedoch im Sprachgebrauch
etabliert und wird daher auch hier angewandt.
Der Unterschied des intuitiven Schießens zu den anderen Formen des
Bogensports beruht zuerst auf dem Verzicht auf jegliche Hilfsmittel,
die als Zieleinrichtung Anwendung finden könnten. Der Ursprung des
intuitiven Schießens ist in der Jagd und dem Krieg zu finden, wo
Pfeil und Bogen bereits seit Jahrtausenden eine effektive Waffe
darstellen und Zieleinrichtungen wie Visiere noch unbekannt waren.
Die Grundlage des intuitiven Schießens basiert auf einer
Hand-Augen-Koordination – einfach ausgedrückt: Die Augen sehen und
das Gehirn steuert unbewusst die Hand in die korrekte Position, um
das Ziel zu treffen. Diese Hand-Augen-Koordination findet in vielen
Tätigkeiten des täglichen Lebens Anwendung, ohne dass man sich
dessen bewusst ist. Das Einschlagen eines Nagels mit einem Hammer
beruht auf demselben Prinzip.
Das Erlernen dieser Fähigkeit bedarf einer Schulung des Gehirns
durch häufige Wiederholungen, wobei die äußeren Rahmenbedingungen
immer identisch sein müssen, um einen Lerneffekt zu erzielen. Wirft
man z.B. einen Tennisball auf einen drei Meter entfernten
Gegenstand, so ist die Trefferquote bei den ersten Würfen vermutlich
sehr gering und steigt mit der Anzahl der Wiederholungen, bei denen
sowohl der Ball als auch die Entfernung zum Ziel und ggf. weitere
Umgebungsbedingungen (Licht, Wind etc.) gleich bleiben. Ändert man
anschließend die Entfernung zum Ziel und behält die restlichen
Parameter bei, wird eine ähnliche Entwicklung stattfinden. Mit der
Häufigkeit der Wiederholungen wird dann auch die Lernkurve bei sich
ändernden Zielentfernungen steiler, so dass es nach einer gewissen
Zeit des Trainings unerheblich ist, in welcher Entfernung sich das
Ziel befindet.
Ähnlich verhält es sich mit dem intuitiven Bogenschießen, nur dass
hier andere Einflussparameter auf das Ergebnis einwirken. Eine
Vielzahl von Parametern ist entscheidend für das Schussergebnis:
der Bogen selber und seine Haltung (Winkelung)
die verwendete Sehne, bzw. das Sehnenmaterial,
die Position des Nockpunktes auf der Sehne,
die Auszugslänge beim Schuss,
der Pfeil mit seinen Eigenschaften (Länge, Gewicht,
Gewichtsverteilung, Spinewert (= Durchbiegesteifigkeit),
Befiederung, Nocke),
die Haltung des Schützen (Stand, Körperneigung, Ankerpunkt der
Zughand, Lage der Sehne zum Auge, Schulterhaltung, Haltung des
Bogenarms, Griff des Bogens)
die Ausführung des Schusses selber (Ablassen der Sehne (Release),
Nachhalten des Bogens)
Die Beeinflussung der materiellen Parameter, also der
Ausrüstungsgegenstände, ist hierbei simpel und es ist
nachvollziehbar, dass der Lerneffekt gering ist, wenn die
Wiederholungen z.B. mit unterschiedlichen Pfeilen absolviert werden,
da die hierdurch entstehenden unterschiedlichen Treffereigenschaften
zu keinem geeigneten Lernmuster für das Gehirn beitragen können. Die
Schwierigkeit ist vielmehr in der Konstanz der nicht
ausrüstungsbezogenen Parameter zu sehen, also im Wesentlichen in der
Haltung und der eigentlichen Schussausführung. Diese Parameter alle
konstant zu halten ist denkbar schwer, weshalb das Erlernen des
instinktiven Bogenschießens einen sehr langen Prozess darstellt.
In manchen Bereichen bringt das intuitive Bogenschießen auch
wesentliche Vorteile, so lässt sich viel schneller zielen und
abschießen, was gerade das Treffen von beweglichen Zielen
verbessert. Auch das Schießen auf Ziele aus unbekannter Entfernung,
wie es häufig bei jagdlichen Disziplinen vorkommt, kommt dem
Instinktivschützen zugute.
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bogenschie%C3%9Fen |
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